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Inhaltsangabe

Man schreibt das Jahr 1985. Mignonne befindet sich auf dem Weg zum Airport. Bilder vergangener Erlebnisse tauchen auf und vermischen sich mit den gegenwärtigen Eindrücken und Begegnungen.

Auf dem Flug von München nach New Delhi versenkt sie sich tief in ihre inneren Betrachtungen, die sich weit in die frühe Kindheit erstrecken.

Wie Reb-Zweige ranken im 1. Teil des Romans die Erinnerungen um den häuslichen, von der mütterlichen Fürsorge gut behüteten Alltag der 50er Jahre; die Person ihres Vaters Bernhard – Musiker und Widerständler mit Verhaftung im Jahre 1935 und spätere amerikanische Gefangenschaft -, seine Heirat mit Margarethe und 1948 die Geburt von Agnes (von Mutter liebevoll ’Mignonne‘ gerufen) bis hin zur Trennung der Eltern und den Verkauf des Anwesens in Mignonnes 6.Lebensjahr – ins kindliche Gemüt.

Vorbei ist die Zeit der idyllischen Kindheit; die ‚Abschiede‘ nehmen ihren Lauf.

Mignonne durchlebt wechselnde Pflegestellen in der Stadt und eine vorübergehende Aufnahme bei den Großeltern im Dorf. Sie beschreibt das sehr einfache Landleben; malt überaus lebensnah das Bild ihrer Großeltern und nahen Verwandten und gewährt Einblick in das Leben ihrer Mutter im Kontext von zwei Weltkriegen.

Die Zwischenlandungen in Damaskus und Abu Dhabi spiegeln die allmählich sich eröffnende Welt des Orients innerhalb ihrer Zeitreise durch die Kindheit.

Im 9. Lebensjahr holt Mutter das Kind wieder zu sich nach Hause. Aufgrund ihrer Schichtarbeit als Näherin in einer Fabrik muss das ‚Schlüsselkind‘ Mignonne nun lernen, weitgehend selbständig zurecht zu kommen.

Der Leser wird in den Tagesablauf des Kindes hineingenommen; erfährt von dessen Isolation, den häuslichen Pflichten, Mutters Jähzorn und beständigem Stimmungswandel, das Sich-vorführen-lassen; dem absoluten Gehorsam, Mutters mystischem ‚Alles lebt‘, so wie dem experimentellen Spiel mit dem eigenen Denken und dessen Kontrollversuchen.

Margarethe besucht mit dem Kind eine Wahrsagerin, die ihr eine Bekanntschaft vermittelt, verbunden mit einem erneuten Umzug. Mignonne ist 13 Jahre alt, als sie dort wieder ausziehen.

Es folgen die Jahre der Jugend, die frühe Heirat, der Umzug in ein Dorf im Alpenvorland und die Adoption eines Geschwisterpaares.

Schon bald hält der ‚Vegetarismus‘ Einzug auf dem Speiseplan und ihr Lebenstraum – eine professionelle Gesangsausbildung – geht in Erfüllung.

Die Begegnung und Zusammenarbeit mit Jeanne – der Pianistin – eröffnet ihr den Weg zum Yoga in ein völlig neues Lebensverständnis.

Die Landung in New Delhi leitet den 2. Teil des Romans ein.  Der ‚Erzähler‘ begleitet Mignonne auf ihrer Fahrt in den Nordosten Indiens zum auserwählten Ort und Ashram am heiligen Fluße.

Die Dichtheit ihrer Erlebnisse in einer ihr fremden Kultur; das Durchschreiten der Jahreszeiten mit dem sehnsüchtigen Warten auf den Monsun, die intensive Zeit beim Meister im Ashram mit der Einübung in das geistige Yoga, lassen die bunte Welt des Hinduismus verständlicher und die eigene Zugehörigkeit zum Christentum klarer aufleuchten.

Die Begegnung mit einer nackten, hilflos und verwirrt wirkenden Inderin fordert unmissverständlich Mignonnes Entscheidung zur christlichen Identität heraus.

Im 3. Teil gewinnt der Leser weiteren Einblick in den umfassenden Transformationsprozess von Geist und Seele. Mignonne erkennt ihre eigentlichen geistlichen Wurzeln und findet zur franziskanischen Spiritualität.

Mit der Pflege des hochbetagten Vaters und der Sterbebegleitung der Eltern endet der Roman mit einer Hommage an das Leben – einem Dankgebet.

‚Adieu Mignonne‘ ist ein mit dem Leben versöhnender Roman, ohne die ‚Widrigkeiten‘ auszublenden.